- Aquarelle auf Seide, Papier, Acryl - Mischtechnik - Mohnblumen, Landschaften, Industriekultur des Ruhrgebiets
- Aquarelle auf Seide, Papier, Acryl - Mischtechnik -Mohnblumen, Landschaften, Industriekultur des Ruhrgebiets

Vita

Ich lebe in Gelsenkirchen und male seit 1990.

Was in einer Kur mit Bauernmalerei begann, führte ich fort mit Seidenmalerei, wobei ich Mohnblumen und Landschaften bevorzugte.

Auf einer Malreise 2004 in die Toskana mit der Stuttgarter Malerin Hanni Servay lernte ich mit Acrylfarben umzugehen und wende dabei auch gerne Techniken der Aquarellmalerei an. Die letzte Zeit beschäftige ich mich mehr mit Aquarellmalerei und Mischtechniken.

Durch Kurse mit Hans Stüber, einem Maler des Ruhrgebiets, wagte ich mich auch an Motive der Architektur und Industriekultur heran.

Ich habe in Gelsenkirchen eigene Ausstellungen bestritten,  z.B. in der „Kaue“ am Internationalen Frauentag 1992, im Arbeiterbildungszentrum oder im „Frauentreff COURAGE“ 2005. Seit 2006 beteilige ich mich an den jährlichen Malwochen und Ausstellungen  des „Sommeratelier“ der VHS Gelsenkirchen mit Hans Stüber, Paul Gerhard Hammer, Jannine Koch.

Eine große Ehre war für mich meine Ausstellung "ruhrpottaquarelle" im Kunstverein Wermelskirchen im Mai 2014.



Karin_Fuchs_Plakat.pdf
PDF-Dokument [542.8 KB]

Laudatio „Sommermohn“ November 2005

Ich heiße Eli Tank und bin Courage-Frau aus Gelsenkirchen-Horst. Vor ein paar Wochen besuchten Nicole Schäfer und ich Karin Fuchs, um uns auf diese Ausstellung vorzubereiten. Vor einer Woche setzte ich mich endlich an den Computer. Lange schaute ich auf das Einladungsplakat – bis mir endlich klar wird, was Karin Fuchs meint, wenn sie von ihrer Lieblingsblume spricht:

Der grüne Hintergrund ist windstill, und doch bewegt sich der Mohn im Windhauch. Empfindsam wie eine Mimose, aber schutzlos? Keineswegs! Zäh und widerstandsfähig samt er sich überall aus und trotzt jedem Wetter, oder auch Unwetter. Ich kann die stärkende Frische direkt fühlen.

Auch Karin Fuchs selber hat was von Mohn! Wir werden sehn.

Sie wächst auf dem Land auf, ist naturverbunden und liebt die Margeriten und den Mohn auf der Pferdewiese von klein auf….

Wie jedes Kind malt sie Vorlagen aus; beim freihändigen Malen wird ihr Inkompetenz nachgesagt: „Die Katze sieht ja aus wie eine Kuh“ hört man ihre Mutter, der das später leid tun wird. Aber auch von Lehrern keine Förderung. Eigentlich nichts Ungewöhnliches…

Besonders auf ihren Reisen durch Italien und Frankreich hatte Karin oft Gelegenheit, riesige Mohnfelder zu bestaunen. Sogar  auf Bau- und Schutthalden und an der Autobahn beeindrucken sie den Betrachter.

Aber nicht nur ihre Genügsamkeit, Zähigkeit und Standfestigkeit sind ihre Markenzeichen. Die einzelne Mohnblüte ist oft unscheinbar und kommt erst massenweise in einem roten Blütenmeer so recht zur Geltung. Geht es uns einfachen  Menschen nicht ebenso?  Deshalb hat sich Karin auch schon früh politisch organisiert, natürlich auch im Frauenverband Courage.  Hier hilft sie engagiert mit,  die  Bedeutung  der  einzelnen  in  der Organisiertheit zu fördern. Also kein Zufall, dass sie gerade hier  die Ausstellung ihrer Kunstwerke anbietet. Und auch kein Zufall, wie sie die Sache anpackt:  

Vor einem Jahr begann in diesem Frauentreff die Reihe „Ein kulturelles Highlight im Monat“ bei einem Brunch…. mit der Bilderausstellung „Mitten im Leben“ von Nicole Schäfer, Gedichte vorgetragen von Helga Wagner etc… Diese Highlights wurden bereits  vom Team Karin und Anita Twalib vorbereitet, das reichte Karin Fuchs aber keineswegs. Wie sollen  die brachliegenden Fähigkeiten aller anderen Frauen gefördert werden, fragt sie sich und sie erstellten ein Konzept, wie das funktionieren soll. Und wir spüren das am Ergebnis: An diesem gelungenen Vormittag mit Brunch und Ausstellung und Öffentlichkeitsarbeit dazu haben alle Köpfe, Hände und Herzen mitgewirkt. Eine herzliche Gratulation!

Karin erinnert sich an viele Wohnungen, in die sie berufsmäßig kam. Dort hatte sie oft genug die Gelegenheit zu sehen, welch schöne Bilder die Kumpels im Ruhrpott malen, deren künstlerischen Talente aber nur selten oder  wenn, dann im kleinen Kreis gewürdigt werden….

Aber wie kam sie nun selber zur Malerei? Natürlich mussten besondere Umstände dazu herhalten. Vor zirka 15 Jahren fuhr Karin Fuchs zur Kur.   In der dortigen Klinik wurde sie vernünftigerweise regelrecht zur Muße gezwungen. Da wurden auch Kurse in Bauernmalerei angeboten… und Karin … meldete sie an. Während sie das erste Lob in der Klinik noch für eine Therapiemethode hielt, weiß sie heute sehr genau, dass es ihr gut tat zu erfahren, etwas ganz neues lernen zu können.

 

In Zukunft nahm sie an verschiedenen Kursangeboten teil, besonders wichtig war ihr dabei ihre frühe Erfahrung mit dem Angebot aus dem Frauenverband Courage: Durch Micha Weber lernte sie hier die Seidenmalerei kennen.   Sie kaufte sich Fachbücher und eroberte sich Schritt für Schritt ein neues Schaffensfeld. Mit den Worten des Mohn: Sie hat sich in einer neuen Gegend aus gesamt – und gedeiht zu unserer aller Freude prächtig!

 

Als sie später sehr krank wurde, konnte sie ihre alten Lebensgewohnheiten so nicht mehr aufrecht halten. Jetzt setzte sie die neu gewonnenen Fertigkeiten bewusst ein, um ihren Alltag den anderen Erfordernissen an zu passen. Diese Entwicklung und ihre Einstellung dazu kann für uns alle, deren Kräfte durch Alter oder Krankheit (oder beides) schwinden, ein Ansporn zur Selbstveränderung sein. Karin hat nicht nur die Malerei für sich entdeckt sondern auch eine neu belebte Naturverbundenheit als persönliche Energiequelle. Und damit beeindruckt sie ebenso die junge Generation. So sind ihre Töchter Anne und Iris nicht nur eine Unterstützung für diesen Kurs sondern auch ihre begeisterten Anhängerinnen.

 

Vor 15 Jahren also begann Karin Fuchs zu malen. Im Kurs zur Bauernmalerei lernte sie, dass man dabei den Pinsel in zwei Farben taucht. Eine Technik, der sie sich auch in der Seidenmalerei bedient, zu der sie schnell überwechselte. In diesem Bereich sind ihre Fähigkeiten inzwischen am weitesten ausgereift. Eine Besonderheit, die sie hier entwickelte, ist  die Aquarelltechnik auf Seide. In den Natur- und Landschaftsbildern gelingt es ihr am besten, ihre gestalterischen Vorstellungen um zu setzen. In der Serie der Bauerngartenbilder kommen vor allem ihre Liebe zum Detail zum Ausdruck, durch den Wechsel von Schärfe und Unschärfe setzt sie räumliche Akzente. In der Farbgebung wechseln feine Nuancen mit scharfen Konturen. Und doch ist das Ganze stilistisch einheitlich.

So kann man auch erkennen, wie sie den dialektischen Umgang mit der Materie beherrscht: Die Widersprüchlichkeit der Wirklichkeit wird im Bild festgehalten in ihrer ganzen Allseitigkeit.

Dabei erlaubt die Seidenmalerei ein gefühlvolles Ineinanderlaufen der Farben, da wo sie es haben will, während es an anderer Stelle zu verhindern gilt. So entstehen je nach Objekt durchaus sehr unterschiedlich wirkende Bilder: Einmal die leichte, luftige Darstellung des Mohn, die eine entspannte Heiterkeit hervor ruft, ein andermal das Zwiebelbild, das eher melancholisch wirkt.

Und wenn wir uns als Betrachter diesen Bildern hingeben, können wir in die jeweilige Stimmung versetzt werden. Etwas, das wir, beeinträchtigt durch den hektischen Bilderkonsum in TV etc, vielleicht auch wieder neu lernen müssen.

Wir wissen schon, dass Karin sich mit dem einmal gelernten nicht zufrieden gibt. So freute sie sich ganz besonders, als sie zu ihrem 50. Geburtstag eine Reise in die Toskana geschenkt bekam, um bei der Malerin Hanni Serway einen Kurs zu absolvieren. Sie selber berichtet, dass sie da erst gelernt habe, die Wirklichkeit real zu zeichnen und richtig mit Licht und Schatten um zu gehen. Danach hat sie sich auch erstmals getraut, die Aquarelltechnik auf Papier an zu wenden, und sie wagte neue Experimente wie die Aquarelltechnik mit Acrylfarben. Vor allem durch konstruktive Kritiken konnte die sich weiter entwickeln und ihr schöpferisches Selbstvertrauen stärken.

Zu ihren Vorbildern gehören aber auch weit berühmtere Maler wir August Macke. Auch er verstand seine Bilder als „visuelle Poesie“ – aber sein Hauptthema war der Mensch. Das können wir in Karins Schaffen noch nicht entdecken. Jedenfalls nicht offensichtlich. Nicole Schäfer fasst allerdings ihre Mohnbilder schon als quasi Selbstportraits zusammen. Wir wären natürlich auch gespannt, wie es bei echten Menschenbildern Karin Fuchs gelänge, ihre Begabung um zu setzen, das Charakteristische heraus zu arbeiten und einfühlsam treffend dar zu stellen.

 

Inzwischen hat Karin Fuchs bereits zwei Ausstellungen bestritten: 1992 in der „Kaue“ auf einer Veranstaltung zum Internationalen Frauentag und 1999 im Arbeiterbildungszentrum in Gelsenkirchen Horst ….

 

Ich wünsche uns allen einen angenehmen Vormittag hier im „Frauentreff Courage“ und viel Freude an Karins Bildern.